Poppauer Hof

Seit 1999 bewohnen einige Ökodörfler/Innen ein Haus in Poppau: genannt der „Poppauer Hof“. Über die Jahre hinweg entwickelte sich hier eine Wohngruppe. 2004 wurde das Gebäude von der Wohnungsgenossenschaft für den symbolischen Preis von 1 Euro gekauft. Die folgenden Jahre wurden der ökologischen Sanierung gewidmet: Fenster wurden ausgetauscht, das Hauptdach gedämmt, die Öl- durch eine Holzheizung ersetzt, eine Pflanzenkläranlage angelegt und eine solare Warmwasserbereitung installiert. Hinzu kommen unzählige Verschönerungsmaßnahmen an Böden, Wänden, Türen etc. bis hin zur Erschließung zusätzlicher Räume und gar einer Terrasse in den Innenhof. Es waren lebendige, erfüllte Zeiten für eine Gruppe von 10-12 Erwachsenen und 5-9 Kindern. Es wurde eine gute Gruppenkultur gelebt; mit gemeinsamer Kinderbetreuung, Poho- Intensivwochenenden, Gemeinsamen Feiern, Bauen, Leben, täglichem Mittagessen etc.

Dann kamen schwierigere Zeiten auf die Gruppe zu. Zum Großteil aufgrund der größer werdenden Familien und der dafür ungünstig strukturierten Wohnsituationen. Das Wohnen war auf gemeinsamen Alltag mit ähnlichen Idealen ausgerichtet. Es gab ausschließlich Gemeinschaftsküchen und Gemeinschaftsbäder/-toilletten. Damit waren die meisten Gruppenmitglieder überlastet. Zu wenig Rückzugsmöglichkeiten. Es entstanden leider viele Zwistigkeiten und kein gemeinsames Konzept wie es mit dem Hof weiter gehen könnte. Intensive Gruppenprozesse folgten; mit Tränen und Schmerz; mit Auszug und Veränderung.

 Und nun dreht das Rad in eine neue Runde. Was dabei herauskommt ist noch abzuwarten. 

7 Erwachsene und 5 Kinder haben einen Verein gegründet: den „Poppau 21 e.V.“ und als Verein den Poppauer Hof der Wohnungsgenossenschaft zu einem Preis von 100.000,-€ abgekauft. So entsteht mehr Selbstverantwortung und Unabhängigkeit, und die Chance dem Hof ein ganz eigenes Profil zu geben; auch unabhängig von 7 Linden. Wie das Verhältnis zu 7 Linden sein wird, wird sich zeigen und entwickeln.  

Es soll ein Hofprojekt entstehen unter dem Motto „Alles kann nichts muss“. Wohnlich sollen

zwei abgeschlossene Familienwohneinheiten entstehen, eine 4-5 Personen WG und zusätzlicher Wohnraum für Unentschlossene und/ oder Menschen, welche zeitlich befristet da sein werden. Angestrebt ist Wohnraum zu schaffen für etwa 20 Menschen. Derzeit leben am Hof 11 Erwachsene und 5 Kinder, als auch zwei Hunde, eine Katze und 5 Laufenten. Zusammen leben, bauen, träumen und feiern. Generationsübergreifend, öko-logisch, einfach und selbstbestimmt, Garten, Bienen, Obstverarbeitung, Pizzasonntag, gemeinsames Mittag-essen, Kinderkleiderkammer...). 

 (aktualisiert 2/2013)