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  • Wie werde ich Mitglied im Freundeskreis Oekodorf e.V.?

    Der bundesweit arbeitende, als gemeinnützig anerkannte Verein “Freundeskreis Ökodorf e.V.” ist die Organisation aller Ökodorf-Freund_innen und Unterstützer_innen. Seine satzungsgemäßen Ziele sind die Bildungsarbeit, Umweltschutz, Kultur, Jugend- und Altenhife und Hilfe für Behinderte. Alle Aktivitäten sind eingebettet in das Ökodorf Sieben Linden.

    Der Verein organisiert insbesondere Bildungsveranstaltungen für nachhaltige Entwicklung in Sieben Linden, die Öffentlichkeitsarbeit des Dorfes und auch Kulturveranstaltungen, Mitarbeitsmöglichkeiten und spezielle Angebote für Jugendliche, und er engagiert sich für behindertengerechte Infrastruktur in Sieben Linden.

    Der Verein gibt vierteljährlich einen Rundbrief mit aktuellen Hintergrundinformationen über Sieben Linden heraus und organisiert das Sonntagscafé.

    Auf dem jährlichen Graswurzeltreffen haben Vereinsmitglieder die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und „hinter die Kulissen“ des Ökodorfs zu schauen. Das Sommercamp ist das große jährliche Treffen aller Ökodorf-Freund_innen.

    Für Vereinsmitglieder gelten ermäßigte Preise bei den meisten Ökodorf-Bildungsveranstaltungen. Mitglied im Verein “Freundeskreis Ökodorf e.V.” kann jede_r werden, der/die die Ziele des Ökodorfes unterstützen möchte. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 80 Euro pro Jahr. Bitte laden Sie sich das Beitrittsformular herunter und schicken Sie es an uns zurück. 

    Die Satzung des Freundeskreis Ökodorf e.V. finden Sie hier: Satzung Freundeskreis Ökodorf e.V.

    Außerdem können Sie den viermal im Jahr erscheinenden E-Mail-Newsletter erhalten.

     

  • Wie viele Menschen wohnen in Sieben Linden?

    Insgesamt sind wir 136 Menschen (plus 3 Grenzgänger_innen), davon leben 17 im Poppauer Hof, im Dorf Poppau. Wir haben verschiedene Mitgliederstati, Bewohner_innen, Probezeitler_innen etc.: 

    Erwachsene Bewohner_innen: 68 (29 Männer, 39 Frauen), d.h.

    Genossenschaftsmitglieder

    Kinder/Jugendliche: 38 (19 Mädchen, 19 Jungen) 

    Probezeitler_innen: 12 (6 Männer und 6 Frauen) 

    Dauergäste: 6 (4 Männer, 2 Frauen) 

    Lebensschulzeit: 2 (1 Mann, 1 Frau) Freiwilliges Jahr - FÖJ, BuFDi, EVS: 10 (5 Männer und 5 Frauen) 

    Grenzgängerinnen: 3 (Frauen)

     

  • Wie/Wo wohnen die Menschen in Sieben Linden?

     Die meisten Menschen leben in den neu gebauten Niedrigengeriehäusern (Strohpolis, 81,5, Windrose, Villa Communia, Libelle, Bellevue, Brunnenwiese) oder dem Altbau Poppauer Hof (im Dorf Poppau). Meist leben sie in Wohngemeinschaften oder Familien, einzelne Personen haben aber auch abgetrennte Wohnbereiche. Alle anderen wohnen in Bauwagen, die über das Gelände verstreut sind, zu Wagenkreisen zusammengestellt sind oder sich ebenfalls auf die Häuser beziehen (z.B. auf das Gemeinschaftshaus Villa Strohbunt)

     

  • Wovon lebt Ihr?

    Viele haben ein Sammelsurium von Einnahmequellen, sodass eine Antwort darauf nicht leicht ist. Die meisten Menschen versuchen ihre Arbeit im Ökodorf zu verrichten als Angestellte der Ökodorforganisationen und/oder als Selbständige.
    Arbeitgeber_innen sind die Siedlungsgenossenschaft (Verwaltung, Wald- und Gartenarbeit, Infrastruktur, Energie), die Wohnungsgenossenschaft (Verwaltung, Bau, Infrastruktur), der Freundeskreis Ökodorf e.V. (Seminarbetrieb, Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung), der Naturwaren e.V. (Lebensmittelladen), der Waldkindergarten und der „Einfach Gut Leben e.V.“ (eurotopia-Buch). Zahlreiche Selbständige stellen ihre Arbeit im und außerhalb vom Dorf zur Verfügung (Seminarleiter_innen, Handwerker_innen, Gärtner_innen, Berater_innen, Versandhandel etc.). Mittlerweile arbeiten etwa 10 Personen regelmäßig außerhalb des Ökodorfes (Krankenhaus, Schule, Suchtberatung, uvm.). Es gibt außerdem einige Menschen, die von Rente, HartzIV, Erspartem oder Mieteinnahmen leben. Da es KEINE gemeinsame Ökonomie gibt, brauchen die Sieben Lindener_innen individuell Geld, um sich zu finanzieren. Die Organisationen werden durch regelmäßige Beiträge, Mietzahlungen und Einlagen finanziert. Auf diese Weise finanzieren wir uns teilweise gegenseitig, sodass viele Bewohner_innen das Dorf nicht verlassen müssen. Neben den jungen Menschen im Freiwilligendienst, werden außerdem die Bildungsreferentinnen (Seminarkoordination) von Fördergeldern getragen.
    Solidarisch getragen werden die allgemeinen Kosten: Lebensmittel (Kinder werden von allen getragen) und Betriebskosten (Holz, Wasser, Strom, Verwaltung) unabhängig davon, wieviel die oder der Einzelne entnimmt. 

  • Wie finanziert ihr das Dorf?

    Gemeinschaftlich 
    tragen: Land und Infrastruktur

    Die Basis des gemeinsamen Projektes Ökodorf steht auf gleichberechtigten und rechtlich abgesicherten Füßen. Als Mitglied der Siedlungsgenossenschaft Ökodorf (SiGe) finanziert jede_r Bewohner_in mit einen Anteil von knapp 13.000 Euro das gesamte Land (81,5 ha) und die Infrastruktur. Die SiGe übernimmt im Dorf viele Gemeindepflichten. Die laufenden Betriebskosten bezahlen wir mit einer monatlichen Nutzungsgebühr von ca. 100 Euro.

    Genossenschaftlich
    und nachbarschaftlich getragen: Finanzierung der Häuser

    Aktuell stehen 8 Wohnhäuser plus das Regiohaus/Seminarzentrum, gebaut in Niedrigenergie- bis Passivhausstandard, in Sieben Linden. Diese werden bewohnt von den jeweiligen Nachbarschaften oder Wohngruppen. Die Wohnungsgenossenschaft Sieben Linden (WoGe) bietet den rechtlichen und finanziellen Rahmen für einen Teil der Bauvorhaben. Jede_r zukünftige Bewohner_in dieser Häuser bringt den finanziellen Pflichtanteil und Eigenleistungsstunden in die WoGe ein. Der ausstehende Kapitalbedarf wird entweder durch Mehreinlagen der Bewohner_innen oder durch die WoGe gedeckt, die dafür gegebenenfalls private oder Bankdarlehen aufnimmt. Nach dem Einzug zahlen die Bewohner_innen je nach eingebrachten Leistungen (Arbeit und Geld) mehr oder weniger Miete.

     

  • Wie ist die Arbeit organisiert?

    Für den Auf- und Ausbau des Ökodorfs werden viele Arbeiten ehrenamtlich verrichtet – das ist die Grundlage des gemeinsamen Projektes. Wir verrichten regelmäßige Putzdienste (ca.1-4 Std pro Woche) und arbeiten in den verschiedenen Gremien (Räte, Vorstände, Aufsichtsrat), Kleingruppen (Rundbrief, Siedlungsplanung, Naturschutz usw.) oder anderen verantwortlichen Aufgaben ca. 5 Std pro Woche. Wo Wertschätzung in unserer Gesellschaft in hohem Maße an Geld geknüpft ist, ist sie in Sieben Linden nicht immer monetär. Ehrenamtlicher Einsatz braucht Anerkennung durch persönlichen Dank oder Dankesrunden. Viele andere Aufgaben in Sieben Linden wurden mittlerweile in Jobs gegossen (siehe „Wovon lebt ihr?“)

     

  • Wie baut ihr?

    Die meisten der Niedrigenergie-Häuser in Sieben Linden sind Strohballenhäuser. Damit besitzt das Ökodorf die größte Dichte an Strohballenhäusern in Europa. Jedes neue Gebäude bietet Forschungsraum zur Weiterentwicklung dieser Bautechnik, die auch in Seminaren vermittelt wird. Auf diesen Erfahrungen des Ökodorfs basiert auch die „allgemeine bauaufsichtliche Zulassung“ für Strohballen als Dämmstoff (siehe auch Fachverband Strohballenbau – www.Fasba.de). Die Strohballen kommen von Biobauern aus der direkten Umgebung und das Holz zum größten Teil aus den dorfeigenen Wäldern. Verputzt werden die Häuser mit Lehm z.T. vom eigenen Gelände.

     

  • Was sind Strohballenhäuser?

    Bei Strohballenhäusern wird Stroh in seiner zu Ballen gepressten Form als Wandaufbau und Dämmung genutzt. Die Statik der Häuser ist ein Holzständerwerk, die Wände bestehen aus Strohballen. Verputzt werden sie von innen und außen mit einer Lehmschicht. Da das Stroh sehr dicht gepresst wird, enthält es sowohl Lufträume ist aber gleichzeitig völlig undurchlässig. Dadurch weisen Strohballen einen hohen Dämmwert aus. Bei der allgemeinen Bau-Zulassuungsprüfung, die wir in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Strohballenbau erwirkt haben, wurde die Strohballenwand auf Feuerbeständigkeit, Feuchtebeständigkeit und Stabilität geprüft und hielt tlw. überdurchschnittlich Stand.

    Stroh ist ein günstiges Nebenprodukt aus der Landwirtschaft. In Sieben Linden steht die größte Dichte an Strohballenhäusern Europas. Bei jedem Gebäude wird diese Bauweise weiterentwickelt, um sie mehr und mehr Menschen zu ermöglichen.

     

  • Wie sieht die Energieversorgung aus?

    Ca. 65 % der im Jahr benötigten elektrischen Energie wird durch PV-Anlagen erzeugt (im Durchschnitt!). Durch den konsequenten Verzicht auf elektrische Energie zum Heizen und Kochen, sowie sparsamem Umgang mit Strom im Haushalt beträgt der private Stromverbrauch pro Kopf in Sieben Linden etwa 1/4 des Bundesdurchschnitts. 

  • Wo gehen die Kinder in den Kindergarten/zur Schule?

    Die Kinder gehen in den Waldkindergarten auf dem Ökodorfgelände, d.h. Sie sind meistens draußen und nur bei ganz schlimmem Wetter in ihrem KiGa-Bauwagen. Die größeren gehen auf verschiedene Schulen der Region: Freie Schule Altmark in Depekolk (25km entfernt), Grund- und Sekundarschule bzw. Gymnasium in Beetzendorf (8km), Freie Sekundarschule „Jeetzeschule“ in Salzwedel (30km). Menschen aus Sieben Linden und Umgebung gründen derzeit eine Grundschule in freier Trägerschaft in Beetzendorf. Sie soll im September 2013 starten. Daumen drücken, dass es klappt.

  • Wie leben die Älteren im Ökodorf?

    In Sieben Linden leben einige Menschen über 60. Viele sind eingebunden in den Sieben Linden- Alltag, sie arbeiten mit in verschiedensten Arbeitsbereichen. Manche spielen als Großeltern eine wichtige Rolle für die Kinder. Es gibt auch Menschen, die Pflege bedürfen oder nicht mehr so gut „Mittun“ können, mehr Rückzug und Ruhe brauchen. Ein Großteil der Pflege wird von Menschen aus dem Dorf (ehrenamtlich oder entgeltlich übernommen), es kommen aber auch Pfllegedienste von außerhalb dazu. Der Rückzugsraum wird älteren Menschen gerne gewährt. Über einen Ältestenrat wird nachgedacht.

  • Gibt es Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Sieben Linden?

    Es gibt einen geistig behinderten und autistischen Mann (der Bruder einer Bewohnerin),der völlig integriert ist in das Dorfleben, er arbeitet mit in Küche und Garten kümmert sich um den Müll, nimmt an den Versammlungen teil und erfreut die Bewohner_innen mit seinem „ein Scherz!“

    Eine Frau (Mutter eines Bewohners) ist mit Polyneuropathie ans Bett bzw. den Rollstuhl gebunden. Der neue Fahrstuhl macht es ab Herbst 2012 möglich, dass sie auch mit dem Rollstuhl in die Gemeinschaftsräume kann – ein ganz wichtiger Schritt zur Integration von Menschen mit Gehbehinderung! Für ihre Grundpflege kommt einmal am Tag der regionale Pflegedienst, den Rest übernehmen Menschen aus der Gemeinschaft. 

    Ausserdem leben Menschen mit schweren Erkrankungen (Krebs und MS) in Sieben Linden und beteiligen sich an der Gemeinschaft mit dem, was sie geben können, z.B. Zeit haben (!!!!), Heilbehandlungen uvm.

     

  • Habt ihr eine Ideologie oder einen Guru?

    Nein!!!! Wir haben keine für alle verbindliche Weltanschauung, spirituelle Praxis oder Glaubensausrichtung. Uns verbindet die gemeinsame Ausrichtung auf ein Leben im Einklang mit der Mitwelt. Wir nutzen unterschiedliche spirituelle und kulturelle Wege, die im Alltag eine Erfahrung der ursprünglichen Einheit von Mensch und Natur geben können oder in sozialen Prozessen weiterhelfen.

    Konkret: Verschiedene Menschen gehen ihren eigenen spirituellen Weg (christlich, buddhistisch, tantrisch, schamanisch, Sufi …) oder gar keinen. Die Jahreskreisfeste werden rituell begangen, aber nur von denjenigen, die sich dafür interessieren. In gemeinschaftlichen Ereignissen (Feste, Intensivzeit etc.) werden Stille, Meditation, Rituale, Tanzen und Singen genutzt, um das Gefühl von Gemeinsamkeit in der Gruppe und Einheit mit der Mitwelt zu stärken.

  • Wie versorgt ihr Euch mit Lebensmitteln?

    Auf ca. sieben ha Land wird ökologischer Gartenbau betrieben. Auf diese Weise decken wir ca. 70% des Bedarfs an Gemüse, Obst und Kräutern. Der Anbau von Feldfrüchten, Getreide und Hülsenfrüchten auf unserem Ackerland wird derzeit aufgebaut. Die restlichen Lebensmittel werden vom Biogroßhändler (auf Fair-Trade wird geachtet) oder von Bio-Betrieben aus der Region zugekauft. Somit ist ein Großteil der Nahrung regional und saisonal. In der Gemeinschafts- und Seminarküche wird vorwiegend vegan, teilweise lakto-ovo-vegetarisch gekocht. Die einzelnen Haushalte entscheiden selbst, welche Ernährungsweise sie bevorzugen (es gibt dort vegane und vegetarische Kost, vegane Rohkost und Fleischkost).

  • Wie entscheidet Ihr?

    Die Bewohner_innen von Sieben Linden fällen Entscheidungen in dem Wunsch, möglichst viele Bedürfnisse zu hören und einzubeziehen und dabei handlungsfähig zu bleiben. 2/3 „wirkliche Jas“ werden einem „lauen Konsens“ (Ja sagen, aber eigentlich nicht dahinterstehen) vorgezogen. Fünf gewählte Räte und diverse Kleingruppen haben von der Gemeinschaft das Vertrauen erhalten, im Sinne des Ganzen über Themen wie Bauen, Soziales, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit oder Lebensmittel zu entscheiden. Die monatliche Vollversammlung diskutiert Fragen, die alle betreffen wie Landvergabe, Zuzug von neuen Menschen und dient der gemeinsamen Meinungsbildung.

  • Wie geht Ihr mit Konflikten um?

    Im Ökodorf wurde schnell deutlich: Soll die Gemeinschaft gelingen, braucht es ein hohes Maß an Transparenz. Nur wenn die Bewohner_innen wissen, was die anderen beschäftigt, können sie ihre Verhaltensweisen besser ein- und wertschätzen. Um sich zu zeigen, aufmerksam zuzuhören und zwischen den Zeilen zu lesen, nutzen die Menschen in Sieben Linden (neben dem direkten Du zu Du natürlich) vielfältige Kommunikationstechniken: Forum, Gewaltfreie Kommunikation nach Marshal Rosenberg, begleitete Zwiegespräche, Mediation, CoCounceling, collegial coaching etc. So können die Bewohner_innen im Zusammenleben aneinander und miteinander wachsen.

    Neben regelmäßigen Treffen von kleineren Gruppen (Forum, Nachbarschaftstreffen, GFK-Gruppe etc.) gibt es noch jährlich 2-3 Intensivzeiten, in denen die gesamte Gemeinschaft zusammenkommt, um persönliche Themen oder zu klärende Dorfthemen konzentriert zu bearbeiten.

     

  • Wie läuft die Kommunikation im Dorf? - Viele Leute, viele Themen, viele Meinungen

    Bei so vielen Menschen und der entsprechenden Dichte von Themen kann mensch sich vorstellen, dass es nicht leicht ist, alles mitzubekommen oder überall mitzureden. Vieles wird persönlich geklärt, v.a. in der Mittagszeit, wenn die meisten Bewohner_innen zum zentralen Mittagsbuffet kommen. Oft wird mensch zwischen Tür und Angel angesprochen: „Kann ich dich gerade mal was fragen?“ Um möglichst alle zu erreichen gibt es ein zentrales Mitteilungsbuch, das Vollversammlungsbrett, die Protokolle aus den Arbeitsgruppen und, da fast alle in Sieben Linden einen Computer besitzen, die Kommunikation via e-mail. Das klingt verrückt für ein Ökodorf, aber es hat in vielen Bereichen die Zusammenarbeit erleichtert. Für manche allerdings hat die Fülle an e-mails schon zu Mailverweigerung geführt. Einmal monatlich trifft sich die Bewohner_innenschaft in der Vollversammlung. Dort wird alles besprochen, was nicht von einem der zahlreichen Räte, Gremien und Kleingruppen entschieden werden kann (siehe „wie entscheidet ihr?“)

  • Wie kann ich Sieben Linden kennen lernen?

    Über den Seminarkalender haben wir zahlreiche Kennenlernangebote zusammengestellt: Sonntagscafé, Projektinformations-Wochenenden, Mitarbeitswochen, Gemeinschaftskurs etc. In manchen Arbeitsbereichen gibt es temporär die Möglichkeit als sog. Baugast mitzuhelfen. Bei der Fülle an Interessierten, deren Fragen beantwortet werden wollen, müssen wir die Besucher_innenströme in dieser Weise lenken. „Einfach Mal vorbei kommen“ geht leider nicht mehr. Wir bitten Sie also, unsere Angebote zu nutzen. Das Infobüro (039000-51235) ist gerne bereit, Sie zu beraten, welche Kennnenlernmöglichkeiten in Frage kommen (Bürozeiten Mo-Fr 9.30-12 Uhr)

  •  Ich würde gerne ins Ökodorf ziehen, wie geht das?

    Um in Sieben Linden zu Leben, ist auf jeden Fall eine langsame Annäherung und - neben anderen Voraussetzungen (wie eine gewisse Menge an Eigenkapital) - vor allem beiderseitiges Interesse und Sympathie nötig.

    Es gibt vielfältige Möglichkeiten, das Ökodorf und seine Bewohner_innen zunächst über Mitarbeitswochen, Seminare, Sonntagscafés, Praktika, das Sommercamp, Freiwilligensdienste, private Kontakte o.ä. kennenzulernen.

    Bei ernsthaftem Zuzugsinteresse ist der Weg über eine speziell dafür entwickelte Seminarreihe obligatorisch. Unser Ziel ist es, den Prozess der Annäherung intensiv zu begleiten. In aufeinander aufbauenden Kursmodulen ermöglichen wir ein vertieftes Kennenlernen unserer Gemeinschaft und geben auf allen Ebenen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für einen eventuellen Einstieg. Nach jedem Kurs entscheiden sich die Teilnehmer_innen, ob sie den nächsten Schritt machen wollen oder nicht. Zugleich lernen wir als Gemeinschaft die Interessierten auf ihrem Weg nach Sieben kennen und geben ihnen ein Feedback. Auf dieser Grundlage, d.h. im Anschluss an die Seminarreihe, folgt dann ggf. eine einjährige Probezeit vor Ort. Während dieser Zeit schauen beide Seiten, wie sich das Zusammenleben konkret gestaltet.

    Hier die Seminarmodule im Überblick:

    1. „Projektinformationstage“ (PIT, Wochenendseminar, ca. 9 Termine pro Jahr)

    oder „Projektinformationswoche“ (PIW, 5 Tage, 1-3 Termine pro Jahr)

    oder „Ökodorf kennenlernen“ als Workshop beim alljährlichen Sommercamp

    2. Sieben Linden intensiv (2-3 Termine pro Jahr):Sieben Tage intensiven Kennenlernens des Projektes „Ökodorf Sieben Linden“ durch vertiefende Informationen und Touren durch Sieben Linden. Im Fokus stehen folgende Bereiche: Vision und Umsetzung, Organisationsstruktur, Entscheidungsstruktur, Ökonomie, Ökologie, Gemeinschaftsbildung. Das zentrale Thema der Gemeinschaftsbildung erfahren wir ganz praktisch durch die Erprobung verschiedener Methoden, in Kleingruppenarbeit, in Gemeinschaftsbildungsprozessen, durch Selbsterfahrung und Reflexion.

    Sieben Linden intensiv richtet sich an alle an Gemeinschafts- und Projektaufbau interessierten Menschen, sowie an diejenigen, welche mit dem Gedanken spielen, konkret nach Sieben Linden zu ziehen. Nach „Sieben Linden Intensiv“ besteht die Möglichkeit, sich für den zweiwöchigen „Gemeinschaftskurs für Zuzugsinteressierte“ zu bewerben, welcher über Ostern stattfindet und die Voraussetzung für eine Probezeit in Sieben Linden ist.

    3. Gemeinschaftskurs für Zuzugsinteressierte (1 Termin pro Jahr über Ostern)

    In diesem Kurs setzen wir die gemeinsame und individuelle Forschungsreise des Kurses „Sieben Linden Intensiv“ fort. Wir schaffen mit verschiedenen Methoden der Gemeinschaftsbildung einen Raum der gegenseitigen Unterstützung und der Vertiefung der Gemeinschaft der Kursteilnehmer_innen. Wir vertiefen die Informationen über das Lebens- und Arbeitsprojekt Sieben Linden in den Bereichen Soziales, Ökologie und Ökonomie. Wir widmen uns konkreten organisatorischen und inneren Fragen zum individuellen Zuzug und schaffen Begegnungsräume (zum Teil im praktischen Arbeiten) zum Austausch über Gemeinschaftsthemen mit den Bewohner_innen Sieben Lindens.

    Am Gemeinschaftskurs für Zuzugsinteressierte kann nur nach Teilnahme an Sieben Linden intensiv und auf Einladung aus Sieben Linden teilgenommen werden.

    Nach der Teilnahme am Gemeinschaftskurs für Zuzugsinteressierte kann, wenn gegenseitige Sympathie und Platz vorhanden ist, die Probezeit (1 Jahr) beantragt werden. Zum Antrag gehören 2 Paten (Menschen, die einen durch die Probezeit geleiten), eine "Probezeitfragestellung" und ein sog. Vorstellungsabend, wo der/die Bewerber_in aus dem eigenen Leben erzählt, Fotos zeigt etc. Dieser Abend wird jeweils ganz individuell gestaltet und hilft der mittlerweile sehr großen Gemeinschaft, einen Einblick in die Welt der Neuzuzügler_innen zu bekommen. In der Vollversammlung wird dann über die Probezeit entschieden.

    Dann ist der erste Teil der Genossenschaftseinlage fällig, der zweite bei Aufnahme in die Genossenschaft. Neben der Genossenschaftseinlage von insgesamt 12.300 Euro und dem Eintrittsgeld von 1.500 Euro liegen die monatlichen Lebenhaltungskosten für die meisten Bewohner_innen zwischen 700-1000 Euro (das ist kein Geld, das man dem Ökodorf zahlt, sondern die durchschnittlichen allgemeinen Ausgaben der Bewohner_innen für Miete, Nebenkosten, Essen, Infrastruktur usw.). Der Hausbau erfordert weitere finanzielle Mittel. Momentan wird unsere Wachstumsmöglichkeit als Gemeinschaft und Dorf allerdings durch mangelnden Wohnraum beschränkt. D.h. im Moment haben wir immer erst wieder Zuzugsmöglichkeit für Neue, wenn das nächste Wohnhaus fertig gestellt ist (wir bauen etwa ein Wohnhaus pro Jahr). Durch die Knappheit des Wohnraums müssen sich Probezeitler_innen womöglich mit diversen Zwischenlösungen zufrieden geben, bis sich was "Festeres" findet. Die Frage um Wohnraum und Geldverdienmöglichkeiten müssen sich in der Annäherungsphase erst finden, dafür sind der Gemeinschaftskurs und die Paten als Unterstützung gedacht. Nach der Probezeit entscheidet die gesamte Bewohner_innenschaft über die Aufnahme in die Genossenschaft. 2/3 der Bewohner_innen müssen bei dieser Abstimmung der Aufnahme zustimmen. Wenn du dich also mit Zuzugsgedanken trägst empfiehlt es sich, das Seminar "Sieben Linden intensiv" mitzumachen, als Entscheidungshilfe für dich selbst und uns die Gelegenheit zu geben, dich etwas mehr kennenzulernen. Das ist dann noch keine Entscheidung über einen Zuzug, sondern "erst mal nur" eine weitere Annährung. Letztlich entsteht der Weg auch hier beim Gehen ;-).