Kommunikation

Oft ist es in einer Gemeinschaft, in der alle Lebensbereiche so miteinander vermischt sind, schwierig, zwischenmenschliche und emotionale Themen von Sachthemen zu trennen. Es kommt immer wieder vor, dass der tiefere Hintergrund von scheinbar unlösbaren Sachdiskussionen persönliche Konflikte zwischen Einzelnen sind - oder auch einfach persönliche Verletzungen und das Bedürfnis jedes Menschen, gesehen und gewürdigt zu werden.

Längst bewährt hat sich also die Entscheidung, Sachthemen und persönliche Fragen zu trennen. D.h. wir treffen uns in Arbeitsgruppen, Räten und einmal monatlich zu einer Vollversammlung, um dort über Belange des Dorfes zu entscheiden. Persönliche Themen finden ihren Platz in anderen Kreisen (z.B. Nachbarschaftsabende, verschiedene Forumsgruppen, siehe unten).

Mindestens zweimal jährlich gehen wir gemeinsam in Klausur in sog. „Intensivzeiten“ und nehmen uns Zeit, um mit verschiedenen Methoden zu beleuchten, was in letzter Zeit gelaufen ist. Es werden drängende Probleme sachlicher und emotionaler Art besprochen und versucht, Lösungen zu finden. Oft laden wir uns Menschen von außen ein, die uns in diesem Prozess begleiten und Anregungen geben.

Verschiedene Methoden, die wir im Alltag oder in den Intensivzeiten anwenden, sind neben dem Forum (siehe unten) z.B.:

Redestabrunden

Achtsamkeitsübungen und Meditation

„Fish-Pool-Diskussionen“, in denen nur in einem Innenkreis diskutiert wird und der Außenkreis zuhört.

Für schwierige Gespräche sich jemanden zu Hilfe holen, der/die zugleich WächterIn ist, als auch den nichtidentfizierten Blickwinkel beisteuern kann.

A-B-Gespräche zwischen zwei Personen, wobei jeweils abwechselnd eine Person fünf Minuten redet und die andere, ohne dazwischen zu reden, zuhört.

Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg

Mediation

Coaching, kollegiale Beratung

Meditative „sharings“, Mitteilen, was gerade ist

„Readings“, im anderen Lesen, wie in einem aufgeschlagenen Buch

Tiefenökologie

Zukunftswerkstätten u.v.a.m.

Das Forum

Das Forum ist eine Kommunikationsmethode für Gruppen, die in Selbsthilfe durchgeführt werden kann und in der spielerische Gestaltung es erleichtert, emotionale Themen zur Sprache zu bringen. 
In verschiedenen Forumsgruppen wird wöchentlich 1 ½ Stunden Forum gemacht. Wir spüren, dass diese regelmäßige innere Arbeit das Gruppenklima positiv verändert hat.
 „Das Forum ist eine künstlerische Gesprächsgestaltung, eine Bühne für die inneren Vorgänge des Menschen, für seine wirklichen Beweggründe, für seine eigentlichen Gefühle und Gedanken. Es dient der Transparenz, der Mitteilung, der Aufklärung ungelöster Situationen im Alltag und es kann auch als Katalysator für die eigene Entwicklung und für Entscheidungen genutzt werden. Das Forum ist nicht vorrangig auf die Lösung eines Themas ausgerichtet: vielmehr geht es um Sichtbarmachung, oft nur um ein Sortieren der verschiedenen Faktoren und Gefühle, die auf eine Situation einwirken. Die Lösung des Themas findet sich dann vielmehr in einer Loslösung - im Verstehen und Loslassen von der Verhaftung. Diese Loslösung geschieht nie geradlinig, sondern auf spielerischen Umwegen, die manchmal scheinbar vom Thema wegführen.“ 
(Dolores Richter: Das Forum, Arbeitspapier des Zentrums für experimentelle Gesellschaftsgestaltung, 1999)